Haider im Phaeton in den Hades

Dass Jörg Haider im Phaeton in die Unterwelt gerast ist, ist ein weiterer Beleg für die bei Heldendarstellern auftretende Parallelität zwischen Politik und klassischem Drama. Phaeton ist in der griechischen Mythologie „der Sohn des Helios, dem von seinem Vater für einen Tag die Lenkung des Sonnenwagens anvertraut wurde. Er kam der Erde zu nahe, so dass ein großer Brand entstand. Zeus tötete ihn mit einem Blitz“. (Bertelsmann Kompaktlexikon). Kein Lektor hätte diesen Gang der Ereignisse bei einem Autor durchgehen lassen.  Laut Literatur Ähnlichkeiten zu Ikarus / Möllemann (über 500 Nachweise bei Google).  Passend zu Haider und Möllemann das Zitat von Ulrich Arnswald: „Mögen die Protagonisten noch so prominent sein, politisches Gewicht bekommen ihre Aussagen und Forderungen nicht. Selbst optimal inszeniertes politisches Theater kann dauerhaft politische Inhalte nicht ersetzen. In den Worten des Politikers Gert Weisskirchen: »Sie verhelfen vielleicht zu kurzfristigen Höhenflügen, aber der ihnen unvermeidlich folgende Absturz ist umso schmerzlicher.« (Gert Weisskirchen, Politische Inszenierung und der Flug des Ikarus, in: Siller / Pitz 2000, 128)“   

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